{"id":327,"date":"2014-06-29T23:59:06","date_gmt":"2014-06-29T21:59:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andismirre.de\/blog\/?p=327"},"modified":"2014-09-02T19:39:43","modified_gmt":"2014-09-02T17:39:43","slug":"sao-bento-dschungel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andismirre.de\/blog\/?p=327","title":{"rendered":"Sao Bento | Dschungel"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"https:\/\/www.andismirre.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F327&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.andismirre.de\/blog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"View PDF\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.andismirre.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F327&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.andismirre.de\/blog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Print Content\" \/><\/a><\/div><p>Der n\u00e4chste Morgen hielt eine echte \u00dcberraschung bereit: Kein Regen mehr und auch der Nebel hatte sich verzogen. Es bot sich ein toller Ausblick auf die Landschaft. Gerade als wir beim Fr\u00fchst\u00fcck sa\u00dfen, wurden wir auch schon wieder abgeholt. Irgendwie machte sich ein ungutes Gef\u00fchl breit. Diese Menschen nahmen sich so viel Zeit und investierten M\u00fche um uns etwas zu bieten und das nur weil jemand mit jemandem verwandt und dann noch jemand \u00fcber diese Ecke befreundet war. Diesen Menschen jedenfalls schuldeten wir eine Menge Dank f\u00fcr all den Aufwand und die Zeit, sich um uns zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Wir hatten vor, das St\u00fcckchen Land nochmal auszukundschaften. Ein aufregender Spaziergang durchs tropische Gel\u00e4nde stand uns bevor. Zun\u00e4chst machten wir Stopp an der Stelle, wo wir schon 2 Tage zuvor geschaut hatten, aber aufgrund des Nebels nicht allzuviel sehen konnten. Dort bekamen wir einen kleinen Rundgang durch das Anwesen eines Nachbarn geboten. Das h\u00fcbsche Grundst\u00fcck hatte einen Teich mit Wasserpumpe, einen H\u00fchnerstall und ein paar kleinere Felder wo Gem\u00fcse wuchs. Der schwedisch-st\u00e4mmige Mann mit einwenig Deutsch-Kenntnissen konnte sich nach eigenen Aussagen komplett selbst versorgen und wohnte in dem kleinen Holzhaus, wo die anderen Anlagen drum herum gebaut waren. Sein St\u00fcck Land lie\u00df er von einem engagiert bellenden deutschen Sch\u00e4ferhund bewachen. Weiter unten, nach Abstieg an einem halbwegs befestigten Pfad, gab es einen Bach der hier zu einem kleinen Teich aufgestaut wurde und das Wasser des t\u00e4glichen Bedarfs \u00fcber eine Pumpe ins Haus gelang. Im Teich selbst z\u00fcchtete er mehrere Fische.<\/p>\n<p>Nach einem kleinen Plausch fuhren wir weiter zu einem anderen Nachbarn der direkt an das gesuchte St\u00fcck Land angrenzen sollte. Die unglaubliche Hilfsbereitschaft setzte sich dort fort. Der \u00e4ltere Mann mit deutsch-sprachiger Frau zog auf seinem Land Buchsb\u00e4umchen und Palmen. Scheinbar aber nur noch als Hobby oder Nebeneinkommen, denn er erz\u00e4hlte dass der Preis stark verfiel. Er und sein Sohn f\u00fchrten uns durchs wilde Gel\u00e4nde den Hang hinab. Beide in Gummistiefeln, wir uns Turnschuhen oder gar Schlappen. Nach einer Viertelstunde durch einen notd\u00fcrftig ger\u00e4umten Urwaldpfad am Hang hinab, erreichten wir eine alte Stra\u00dfe. Diese konnte man nur noch erahnen. Seit Jahrzehnten wurde hier nicht mehr ger\u00e4umt, Str\u00e4ucher und B\u00e4ume waren sehr dich. Dennoch konnte man die Wegf\u00fchrung noch erkennen.<\/p>\n<p>Die Vegetation hatte sich hier schon sehr viel zur\u00fcck erobert, an vielen Stellen nagte die Erosion zus\u00e4tzlich an der damaligen Fahrbahnebene. Asphalt schien hier nie gelegen zu haben und falls es je eine Stra\u00dfe war, war sie nur einspurig, es sei denn, jemand auf der zweiten Spur w\u00e4re beim Anblick des Abhangs ein Teufelskerl gewesen. Zweimal kamen wir an ebenen zug\u00e4ngen zu Grundst\u00fccken vorbei, die l\u00e4ngst zugewachsen waren. Dennoch konnte man die Form einer Rampe noch zweifellos erkennen.<\/p>\n<p>Nach wenigen dutzend Metern entlang der Stra\u00dfe war der Lauf eines Bachs, also auf gesuchtem Grundst\u00fcck zu vernehmen. Durch die B\u00e4ume inmitten wildesten Urwalds konnten wir ihn sogar manchmal sehen und das Wasser schien teilweise parallel zur Stra\u00dfe zu laufen, lag aber unerreichbar 20 Meter unter unserer Position. Etwa 300 Meter liefen wir durch schwieriges Gel\u00e4nde und erreichten einen Punkt, wo man eine etwas freier einsehbare Ebene unter uns sehen konnte. Dort, wo der Bach einen kleinen Knick machte, dort endete unser Marsch. Selbst der Mann der uns f\u00fchrte, wusste nicht so recht wo das gesuchte St\u00fcck Land anfing und wo es endet. Wir drehten um und liefen die Stra\u00dfe zur\u00fcck. Hinter der Stelle wo wir auf die Stra\u00dfe gelangt waren, wurde es streckenweise sehr verwildert. Umgefallene Baumst\u00e4mme n\u00f6tigten uns, gebeugt laufen zu m\u00fcssen. Nach einer Weile aber wurde der Pfad ger\u00e4umter und die gro\u00dfen Hindernisse blieben aus. Die letzten 150 Meter lief man nur noch \u00fcber Gras und kleinere Str\u00e4ucher. Sie m\u00fcndete in eine Kreuzung, die wir bei der Anfahrt bereits passiert hatten. Unser Dank galt dem alten Mann f\u00fcr seine Zeit, selbstverst\u00e4ndlich auch unserem Betreuer und wir f\u00fchren zur\u00fcck in die Stadt.<\/p>\n<p>Als wir das Spiel der Holl\u00e4nder noch zuende schauten und anschlie\u00dfend noch in einem Cafe etwas a\u00dfen, verabschiedete sich der Tag allm\u00e4hlich. Unser Ausflug nach Sao Bento war eine rundum gelungene Abwechslung mit vielen Eindr\u00fccken und Einblicken in die deutsche Parallelgesellschaft, die sich in Brasilien seit der Jahrhundertwende gut hielt. Bei einbrechender D\u00e4mmerung verlie\u00dfen wir die Stadt und fuhren nach Joinville. Zum Gl\u00fcck kamen wir kurz vor Feierabend an der Filiale der Mietwagenfirma an und gaben das Auto ab.<\/p>\n<p>Der Reiseplan sah nun die \u00dcbernachtung und Fahrt nach Porto Alegre im \u00dcberlandbus vor. Wir vertrieben uns einwenig die Zeit am Busbahnhof, bevor eine Durchsage unsere Verbindung zum Einstieg ank\u00fcndigte.<\/p>\n<p>Also so einen genialen Nachtbus hab ich noch nie gesehen. Die Sitze im unteren Fahrgastbereich \u00e4hnelten denen in der Business-Class von Flugzeugen. Den Sitz konnte man sehr, sehr weit nach hinten umlehnen und eine schwenkbare St\u00fctze f\u00fcr die Beine sorgte f\u00fcr eine extrem angenehme Schlafhaltung. In Deutschland sollte man solche Fahrten definitiv einf\u00fchren, ich w\u00fcrde das Angebot auf jeden Fall annehmen. Sich schlafend und g\u00fcnstig fortzubewegen, sowas haben die Deutschen irgendwie noch nicht raus. Ein Bus, wo man besser als in einem sch\u00e4bigen Hotel pennt und gleichzeitig ein paar Kilometer macht, daf\u00fcr muss es doch einen Markt gegen\u00fcber Hotels geben..<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der n\u00e4chste Morgen hielt eine echte \u00dcberraschung bereit: Kein Regen mehr und auch der Nebel hatte sich verzogen. Es bot sich ein toller Ausblick auf die Landschaft. Gerade als wir beim Fr\u00fchst\u00fcck sa\u00dfen, wurden wir auch schon wieder abgeholt. Irgendwie machte sich ein ungutes Gef\u00fchl breit. 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