{"id":317,"date":"2014-06-26T23:59:42","date_gmt":"2014-06-26T21:59:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andismirre.de\/blog\/?p=317"},"modified":"2014-08-20T21:27:50","modified_gmt":"2014-08-20T19:27:50","slug":"recife-usa-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andismirre.de\/blog\/?p=317","title":{"rendered":"Recife | USA &#8211; Deutschland"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"https:\/\/www.andismirre.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F317&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.andismirre.de\/blog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"View PDF\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.andismirre.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F317&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.andismirre.de\/blog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Print Content\" \/><\/a><\/div><p>Immernoch erk\u00e4ltet startete der Tag mit einem guten Fr\u00fchst\u00fcck und dem leider verpassten Sonnenaufgang. Den h\u00e4tte ich mir \u00fcber dem Westatlantik schon gern gegeben, aber irgendwie hielt mich noch der kalte Fieberschwei\u00df fest ans Bett gefesselt, zu so fr\u00fcher Stunde.<\/p>\n<p>Unsere Fahrt zur\u00fcck nach Recife verlief bis 20km vor der Stadt recht reibungslos, danach wurde der Verkehr zunehmend dichter. Der dauerhafte Regen auch schon in der Nacht zuvor lie\u00df die Schlagl\u00f6cher der Stra\u00dfe in den braunen Pf\u00fctzen verschwinden. Etwa 6km vor unserer angepeilten Metro-Station ging so ziemlich nichts mehr vorw\u00e4rts. \u00dcber die seitliche Schlammpiste schummelten sich unsres und andere Autos an der extrem z\u00e4hfl\u00fcssigen Blechlawine vorbei. Ein LKW-Fahrer meinte es nicht gut, fuhr uns links ins Auto. Pff, war der Reifen platt. Nat\u00fcrlich nicht der vom LKW, sondern unser linkes Vorderrad fuhr nur noch auf der Felge. Da wir das aber nicht sofort bemerkten, fuhren wir die von dort verbleibenden 500 Meter noch bis knapp vor die Metro-Station in ein Wohngebiet, angehalten durch eine etwas h\u00f6here Fahrbahnschwelle, auf der der Unterboden aufsetzte. <\/p>\n<p>Dort beschlossen wir dann, das Rad zu wechseln. Gl\u00fccklicherweise fanden wir alles N\u00f6tige an Werkzeug und zogen uns bei der Aktion auch das Interesse der \u00f6rtlichen Bev\u00f6lkerung zu. War vielleicht nicht das cleverste, genau in dieser Gegend den Kofferraum mit Gep\u00e4ck zur Einsicht f\u00fcr jedermann und \u00f6ffnen und auch das Gep\u00e4ck zeitweise auszuladen, aber schlie\u00dflich musste ein neues Rad drauf. Bei str\u00f6menden Regen bem\u00fchten wir also Wagenheber und das Ersatzrad war nach 15 Minuten Schrauberei anmontiert. Offensichtlich auch sehr zur Freude der schaulustigen Bewohner des n\u00e4chstgelegenen Flachbau.<\/p>\n<p>Die Fahrt zum Stadion per Metro kostete schlappe 1.80 R$ ohne rotes B\u00e4ndchen f\u00fcr den Stadion-Transfer. Mit 8R$ kostete der Spa\u00df f\u00fcr ein rotes Armband deutlich mehr, aber lieber erstmal kein Geld ausgeben und schauen, ob es das rote Bandel bei der Hektik am Bustransfer wirklich brauchte. Zusammen mit den anderen h\u00fcpften wir also dort an den Bandl-Verk\u00e4ufern in der Menge jeder Menge Bandl-Tr\u00e4ger vorbei ans Ende der Warteschlage f\u00fcr den Bus. Kein Kontrolle bisher und ab hier, h\u00e4tte vermutlich mit dem \u00fcblichen Wechselgeld-Problemen in L\u00e4ndern der zweiten\/dritten Welt eh zu lange gedauert, bis das Jungchen auf nen Fuffie passend rausgeben k\u00f6nnte. Also insgesamt 0.60\u20ac f\u00fcr die Metro-Fahrt zum (eventuell sp\u00e4ter dann auch vom) Stadion, ein Schn\u00e4ppchen war das. <\/p>\n<p>Irgendwie kam mir daf\u00fcr der Fu\u00dfmarsch vom Bus zum Stadion sehr weit vor. Viele Momente zur Beobachtung des Schwarzmarkts blieben nicht, wir waren viel zu sp\u00e4t dran. So hetzten wir \u00fcber wassergetr\u00e4nkte Wiesen und Schlamm neben dem gepflaztertem und v\u00f6llig \u00fcberlaufenen Fu\u00dfweg Richtung Stadioneingang. F\u00fcr die Hymne langte es nicht mehr komplett.<\/p>\n<p>Das Spiel bot eigentlich nur wenige Aufreger. Da war einmal der Flitzer mit dem FC Bayern Handtuch, der sensationell wenig Ordneraufmerksamkeit bekam und mit M\u00fcller grandios abklatschte. Dann war da noch der erwartete Zaunfahnen-Terror durch die FIFA. Nunja, Worte \u00fcber Sinn oder Sinnlosigkeit wurden ja schon genug verloren. Aber diesmal lag die Latte noch etwas h\u00f6her. Mit gewaltvollem Abrei\u00dfen bis fast zur mutwilligen Zerst\u00f6rung einzelner Fahnen reichten die Aktionen der sonst relativ besch\u00e4ftigungslosen Ordner. Auch schreckte man nicht davor zur\u00fcck, eine Einheit behelmter Polizei durch die erste Reihe des oberen Rangs zu schicken, um der Situation mit ein paar bemalten T\u00fcchern Herr zu werden. F\u00fcr Unterhaltung war also bestens gesorgt.<\/p>\n<p>Auf der Gegenseite wusste der Amerikano-Block mit einem geschlossenem Auftritt zu \u00fcberzeugen. Man kann zwar der gesammten USA zwar keinen Fu\u00dfball-Fanatismus bescheinigen, aber diejenigen die bei einer WM aufkreuzen, wussten ihr Team besser zu unterst\u00fctzen als es sportlich wert war. Einige laute Lieder und sogar eine etwas gr\u00f6\u00dfere Stars-and-Stripes-Schwenkfahne machten sich in deren Block bemerkbar, wenn auch jeweils zeitlich begrenzt.<\/p>\n<p>Nach dem Spiel ging es z\u00fcgig per bequemen Behindertentaxi (Stichwort: &#8220;diabeticos&#8221; gen\u00fcgte) zur U-Bahn. Wie auch schon bei mehreren Gelegenheiten beobachtet, scheinen in Teilen von Brasilien Menschen mit nicht-idealem Body-Ma\u00df-Index oder auch leichtem \u00dcbergewicht als behindert zu z\u00e4hlen, was wir mehrfach elegant an Einl\u00e4ssen und Transfergelegenheiten ausnutzen konnten. An unserer U-Bahn-Station angekommen fanden wir zur Erleichterung auch unser Auto in dem Zustand vor, in dem wir es dort geparkt hatten.<\/p>\n<p>Die Situation auf den gro\u00dfen Stra\u00dfen Richtung Flughafen hatte sich noch nicht gebessert, sp\u00e4tenstens auf den Zubringern da ging ab 1km vorher nix voran. Nach langem Umweg fanden wir den freien Weg von S\u00fcden und n\u00e4hrten uns im Steakhouse am Shopping-Center Recife bei gutem Rindfleisch und der Partie Russland &#8211; Algerien auf dem Fernsehapparat. Der Sieger w\u00e4re der deutsche Achtelfinalgegner.<\/p>\n<p>Am Flughafen bei der Autoabgabe wurde es dann noch kurz emotional, als unser Parkschein im Zuge des Ausr\u00e4umens verlegt war und der Putz- und Inspektionsangestellte der Mietwagenfirma deshalb das Auto nicht zur\u00fcck nehmen wollte. Der Typ stellte sich aber auch extrem schei\u00dfe an, daf\u00fcr dass uns sein Laden hat mehr als 24 Stunden auf die Karre warten lassen. Nachdem dies durch unseren offensichtlich nun sehr aufgebrachten Wortf\u00fchrer zum Ausdruck gebracht war und auch dem Verantwortlichen des Parkhauses ein paar Scheine zugesteckt waren, machte klein Putz-Franz seinen Otto auf den Wisch und alles war in Ordnung. Wenigstens das hatte heute gut geklappt und wir mussten so auch kein portugiesisch lernen um zu erkl\u00e4ren, wie da ein Rad mit plattem Reifen im Kofferraum liegt..<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immernoch erk\u00e4ltet startete der Tag mit einem guten Fr\u00fchst\u00fcck und dem leider verpassten Sonnenaufgang. Den h\u00e4tte ich mir \u00fcber dem Westatlantik schon gern gegeben, aber irgendwie hielt mich noch der kalte Fieberschwei\u00df fest ans Bett gefesselt, zu so fr\u00fcher Stunde. 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