{"id":300,"date":"2014-06-21T23:59:07","date_gmt":"2014-06-21T21:59:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andismirre.de\/blog\/?p=300"},"modified":"2014-07-27T13:49:22","modified_gmt":"2014-07-27T11:49:22","slug":"fortaleza-deutschland-ghana","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andismirre.de\/blog\/?p=300","title":{"rendered":"Fortaleza | Deutschland &#8211; Ghana"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"https:\/\/www.andismirre.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F300&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.andismirre.de\/blog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"View PDF\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.andismirre.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F300&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.andismirre.de\/blog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Print Content\" \/><\/a><\/div><p>Tags drauf ging es mit dem Taxi in aller Fr\u00fch zum Flughafen, der durch penible Sicherheitskontrollen auffiel, sonst aber nichts besseres zu bieten hatte. Die Kontrollen an den Flugh\u00e4fen waren aber dennoch viel lascher als in Europa oder Nordamerika und deshalb auch deutlich angenehmer zu ertragen. Hier schien der Hauptfokus der Durchleuchte noch auf die Erkennung von Stich- und Schu\u00dfwaffen zu liegen, anstatt so einem Schwachsinn wie die Gr\u00f6\u00dfe von Fl\u00fcssigkeitsbeh\u00e4ltnissen und im Zweifelsfall das Diskutieren \u00fcber Kontaktlinsenreiniger. Das gab den Kontrolleuren in Europa fast immer einen Vorwand, sich besonders wichtig aufzuspielen und raush\u00e4ngen zu lassen wer sie den waren, obwohl sie nichts waren. Trotz der laschen Kontrollen in Brasilien wolltesich bei mir irgendwie in diesen Tagen keine Unsicherheiten oder Zweifel an der Flugsicherheit breit machen, dass der Flieger jeden Moment durch Fl\u00fcssigsprengstoff in die Luft geht &#8211; im Gegenteil, die relativ schnelle Abfertigung sorgte f\u00fcr eine angenehme Kundenwahrnehmung durch Unterlassung l\u00e4stiger Rechte-Pflichten-Spielchen seitens des unbedeutenden Bodenpersonals. Irgendwer sollte das mal den Kontrolleuren in Europa verklickern, wie sinnlos ihre Arbeit eigentlich ist und sie nur Alibi zum Schutz der Integrit\u00e4t irgendeines Beauftragten dient, der ebenso sinnlos auf einem B\u00fcrostuhl sitzt, sich in seiner Verantwortung sonnt und auch viel mehr Kohle daf\u00fcr bekommt als diese armen Lakaien.. Ich nehme mir das mal f\u00fcr meine k\u00fcnftigen Reisen im Hinterkopf mit. Vielleicht motiviert das ja bei Erw\u00e4hnung den einen oder anderen \u00fcber eine achso wichtige Rolle nachzudenken.<\/p>\n<p>Mit einem Umstieg und Abholen unserer Klamotten in Brasilia flogen wir nach Fortaleza weiter. In der angeblich gef\u00e4hrlichsten Stadt war zun\u00e4chst unsere gr\u00f6\u00dfte Sorge dass alle verf\u00fcgbaren Schlie\u00dff\u00e4cher und andere Gep\u00e4ckaufbewahrungsm\u00f6glichkeiten vergriffen waren. Vermutlich durch die vielen Deutschen, die f\u00fcr diesen Tag die gleiche Idee wie wir hatten. Zur Folge daraus verloren wir elend viel Zeit, die eh schon knapp genug war. Mit dem Taxi wurden wir zur Unterkunft gebracht, die auf den ersten Blick hielt, was sie versprach. Mit demselben Fahrer kamen wir dann eine halbe Stunde vor Spielbeginn in Stadionn\u00e4he an. Hier war der Schwarzmarkt komplett \u00fcberlaufen und ges\u00e4ttigt. Selbst einige Volunteers boten Karten an, die sie zuvor geschenkt bekommen hatten. So viel zur Eind\u00e4mmung des illegalen Ticketmarkts bei kontrollierter Weitergabe an Sponsoren &#8211; absolut sinnlos. Die Verknappung von Kontingenten bei WM-Spielen ist bei Finalspielen extrem \u00e4rgerlich, da Fans eher schlecht rankommen, aber wenn bei Gruppenspielen mehrere tausend Pl\u00e4tze frei bleiben, weil zu vielen Sponsoren das Spiel nicht wichtig genug ist, die Karten aber trotzdem auf einem offenen illegalen Markt weiterverkauft werden, bei\u00dft sich die Katze in den eigenen Schwanz. Oder wenn an regional-ans\u00e4ssigen Schulen die g\u00fcnstigsten Kategorien in den Arsch geschoben werden, obwohl die Leute vor Ort normalerweise nicht so fu\u00dfballafin sind und die Kids dann merken dass Ausl\u00e4nder f\u00fcr den gleichen Kick das Dreifache bezahlt haben, gehen die dann zum Spiel oder holen sie ein paar Kohlen raus? Hier gab es heute jedenfalls nichts \u00fcberpreisiges zu kaufen\/verkaufen.<\/p>\n<p>Ins Stadion schafften wir es gerade so zum Klang der Nationalhymnen. Im Bereich unserer Tickets zog man es heute vor, zu sitzen und so machten wir uns anfangs einige Freunde. Zum spiel selbst muss man ja nicht viel mehr sagen. Je nach Erwartungshaltung nahm man den Spielverlauf zur Kenntnis oder wurde, wie den meisten anzusehen war, herb entt\u00e4uscht. In der zweiten Halbzeit versammelte sich meine Gruppe in der N\u00e4he einer eing\u00e4ngien Zaunfahne. Schnell fanden sich andere bekannte Gesichter zum kleinen Plausch an selbiger ein und WM-Erfahrungen zu den verschiedenen Spielorten wurden ausgetauscht.<\/p>\n<p>Die Stimmung heute schwenkte von FIFA-lastig zu pro-Ghana um. Scheinbar sympathisierten viele Brasilianer mit fast geschenkten Karten sehr mit Ghana, die ihrerseits einen echten erkennbaren Fan-Anhang wohl in Afrika vergessen hatten. Warum man solch ein Publikum ertragen muss, wird mir immer ein R\u00e4tsel bleiben. Auch, was die Leute hinauszieht zu einem Spiel, was sie eigentlich null tangiert und sie ja (gemessen an ihren letztj\u00e4hrigen Protesten) in Brasilien eigentlich andere Probleme haben m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Genauso erschlich es sich mir nicht, was die FIFA f\u00fcr Probleme mit allerhand Zaunfahnen und Banner hatte. Diese Abart zog sich seit Anfang der WM schon durchs komplette Turnier und gipfelte nun vorerst bei diesem Spiel mit auch lautstarken Anti-FIFA-Rufen durch gro\u00dfe Teile des deutschen Blocks. Man kann selbstverst\u00e4ndlich \u00fcber Sinn und Stil von solchen Fahnen speziell bei den Spielen der Nationalmannschaft streiten. Trotzdem, und das ist der Grundkonsens, bleibt es das Erkennungsmerkmal von Fans oder Gruppen, sodass andere deren Standort im Stadion wahrnehmen. Gerade bei internationalen Spielen und fremden Stadien, wo man seinen Standort m\u00f6glicherweise nicht kennt. So kam es zun\u00e4chst zum ordnergetriebenen Abh\u00e4ngen der Fahnen, bevor sich die Fanmasse unter den deutschen Zuschauern seine Pl\u00e4tze wieder zur\u00fcckerobern konnte und Pr\u00e4senz zeigte. Hoffentlich sind noch heute Ordner damit in den \u00dcberlegungen besch\u00e4ftigt, dass ihr Handeln somit absolut sinn- und auch erfolglos war. Wieder bewies die Fankultur, dass der Sport ohne sie nicht besser wird und dass man Zeichen von Fankultur nicht vermarkten kann, ohne dass diese sich auch den Freiraum zu bekommen, sich auszuleben. Es gibt keine JA-Aber-Entscheidungen dabei. Wer Fans anzieht, um nicht vor leeren Stadien Spiele austragen zu lassen, der muss auch Dinge wie Zaunfahnen akzeptieren. Insofern hat die FIFA eh schon leichtes Leben, denn bei den bisher besuchten Spielen gab es ja nichtmal ein einziges Vorkommnis mit Pyrotechnik. Nicht, dass ich sie an der Stelle vermisse, aber vielleicht w\u00e4re es ganz gut, wenn sich Ordner wegen sowas den Kopf zerbrechen anstatt  wegen ein paar \u00fcbergro\u00dfer Bettlaken ohne jede politische oder gar rassistische Botschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tags drauf ging es mit dem Taxi in aller Fr\u00fch zum Flughafen, der durch penible Sicherheitskontrollen auffiel, sonst aber nichts besseres zu bieten hatte. Die Kontrollen an den Flugh\u00e4fen waren aber dennoch viel lascher als in Europa oder Nordamerika und deshalb auch deutlich angenehmer zu ertragen. 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